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Eine unerwartete Reise – Marius Deuer und die Jugend-WM im Reich der Mitte

Eine unerwartete Reise – Marius Deuer und die Jugend-WM im Reich der Mitte

am 15. September 2019Kommentare geschlossen

Nach 5/7 Punkten bei der Europäischen Mannschaftsmeisterschaft U12 in Pardubice war Marius sehr zufrieden und wir waren eigentlich der Meinung, dass dies der letzte internationale Auftritt für 2019 gewesen sei. Aber es kam anders….

Bericht von Almut Steinbach

Marius wurde für die WM in China nominiert und nach kurzem Überlegen war die Entscheidung gefallen: wir fahren hin! Was dann folgte war ein Organisationswettlauf mit der Zeit. Insbesondere die Visabeschaffung gestaltete sich schwierig, nachdem China die Einreiseformalitäten noch in diesem Jahr verschärft hatte. Und auch Eltern haben nicht mal ebenso zwei zusätzliche Wochen frei…, aber pünktlich am 19. August ging es los – ab Frankfurt nach Quingdao und von da aus mit dem Bus weiter.

Schachtechnisch war das Turnier das härteste, das Marius bis jetzt gespielt hat. Eine WM mit starker chinesischer Beteiligung, und das auch noch im jüngeren Jahrgang! Er startete großartig mit 3/3, wobei sicher der Sieg an Brett 1 in der 3. Runde das absolute Turnierhighlight war, aber er verlor auch – teilweise nach abgelehnten Remisangeboten – und verzweifelte. Emotional war dieses Mal alles dabei. Ab Runde 7 ging es wieder aufwärts…. und im Vergleich zu den anderen deutschen Teilnehmern ging es Marius gut (mit 6/11 wurde er bester Deutscher). Ohne Frage: insgesamt ist er mit dem Verlauf zufrieden.

Bei Weifang, dem Austragungsort, handelt es sich um eine chinesische „Development City“, was bedeutet, dass sich ein Hochhaus am nächsten reiht, entweder schon fertig gestellt oder noch im Bau – schön war es nicht. Auch unser technisch sehr hochgerüstetes Hotel war erst noch im Werden – Englisch zum Beispiel sprach man dort nicht. Handys mit chinesischen Übersetzungs-Apps sorgten für eine bizarre Kommunikation. Für Abwechslung vom Schach sorgten die Tage in Quingdao (der ehemaligen deutschen Kolonie am Meer und Heimat des bekannten Tsingtao-Biers) und der letzte Tag in Beijing, bevor es in der Nacht nach zwei Wochen China zurück nach Europa ging.

Ein paar seltene Eindrücke vom Schachspiel verschafft ein Video von der deutschen Delegation, das während der Partien aufgezeichnet wurde:
Video und Bericht vom DSB

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