View Sidebar
Das Schachjahr 2018 – Ein Rückblick

Das Schachjahr 2018 – Ein Rückblick

am 1. Januar 20192 Kommentare

Aus schachlicher Sicht war wieder einiges los im nun verflossenen Jahr 2018. In diesem Beitrag sollen die größten Erfolge unserer Spielerinnen und Spieler gesammelt und gewürdigt werden.

Wie schon in den vergangenen Jahren waren auch im Jahr 2018 einige unserer Vereinsmitglieder auf Schachturnieren im In – und Ausland unterwegs. Die diesbezügliche Berichterstattung auf unserer Webseite steckt leider noch in den Kinderschuhen, ein Umstand, den man im kommenden Jahr hoffentlich verbessern kann. Da einige Ulmer aber durchaus erfolgreich Schach gespielt haben, sollen deren Erfolge zumindest rückblickend noch erwähnt und gewürdigt werden. Dabei bitte ich um Nachsicht, sollte ich jemanden übergangen haben. Falls jemand noch von einem schönen Erfolg weiß und der Meinung ist, dass er in einem solchen Bericht auch erwähnt werden sollte – schreibt mich einfach an!

Starten wir  nun also unseren Streifzug durch das vergangene Jahr und beginnen bei Frank Fleischer, der auch in der Vergangenheit schon den ein oder anderen Turniersieg erspielen konnte. In diesem Jahr belegte er zunächst im Januar beim Alpenpokal in Langenwang einen schönen 2. Platz. Der Alpenpokal ist eines der von ChessOrg organisieren Turniere, zu denen unter anderem auch das Schachfestival in Bad Wörishofen gehört. Im September dann erspielte sich Frank die Goldmedaille beim 16. Internationalen Schachopen in Neumark am Wallersee, das nordöstlich von Salzburg liegt. Ein schöner Erfolg!

Die Ulmer Schachturniere wurde 2018 von einem Spieler dominiert: Maximilian Bildt gewann im Mai zunächst unsere Offene Vereinsmeisterschaft. Da er damals aber noch kein Mitglied bei der Weißen Dame war, ging der Titel des Vereinsmeisters an Philipp Zitzelsberger, den es inzwischen wieder zu seinem Heimatverein Oranienburg gezogen hat, wo er für die erste Mannschaft bereits wieder erfolgreich am Brett sitzt. Ende des Jahres dann konnte Maximilian auch die Ulmer Stadtmeisterschaft für sich entscheiden. Musste er im Vorjahr noch knapp Rainer Wolf den Vortritt lassen, ließ er der Konkurrenz dieses Mal keine Chance und beendete das Turnier mit beeindruckenden 7/7 Punkten. Der 2.Platz in der Stadtmeisterschaft ging ebenfalls an die Weiße Dame: Franziska Fröhlich rundete damit ihr überaus erfolgreiches Jahr 2018 ab, das in ihrer überragenden Vorstellung beim Grenke Chess Open sicherlich seinen Höhepunkt hatte (siehe Beiträge „Weiße Dame vs Wang Hao“ , und „ChessBase Artikel über Franziska Fröhlich“).

Grenke Chess Open? Ja, da war doch noch was: neben Franzi sorgte auch Johannes Bathray für Schlagzeilen, als er in der 1. Runde dem Super-GM Wang Hao nicht nur ein Remis abknöpfte, sondern den über 2700-Elo schweren Chinesen auch ganz schön ins Schwitzen brachte. Dies sollte aber nicht der einzige Erfolg für Johannes in 2018 bleiben: beim erstmalig in dieser Form ausgerichtetem Schachfestival Württemberg in Illertissen konnte Johannes das offene Turnier in überzeugender Manier für sich entscheiden.

Im September hatte ein weiterer prominenter Schachspieler gegen einen Weiße Dame-Spieler das Nachsehen: Matthias Schwab konnte beim Ortenburger Schachopen den IM Christof Sielecki (ELO 2436) bezwingen, der vor allem unter seinem Pseudonym „chessexplained“ bekannt ist. Unter diesem produziert er auf youtube sehr interssante und lehrreiche Schachvideos. Es lohnt sich, da mal vorbeizuschauen! Daneben gelang Matthias beim Reutlinger Open im Mai ein sehr schöner dritter Platz.

Heiko Sieber spielt bisher nicht nur eine sehr starke Saison für unsere 2. Mannschaft, sondern konnte auch vor kurzem beim Schachfestival in Erfurt überzeugen und einige DWZ Punkte dazugewinnen!

Für die meisten Schlagzeilen sorgte in diesem Jahr ein Spieler, dessen Schachkarriere noch ganz jung, aber gleichermaßen aufregend ist. Die Rede ist natürlich von Marius Deuer, der im Mai zunächst die Deutsche Vizemeisterschaft in der U10 feiern durfte, bevor es dann quer durch Europa zunächst zur Mannschaftseuropameisterschaft der U12 in Bad Blankenburg, anschließend zur Europameisterschaft U10 in Lettland und schließlich zur Weltmeisterschaft der U10 in Spanien ging. Am erfolgreichsten lief es für Marius bei der Weltmeisterschaft, bei der er unter anderem gegen den amtierenden Europameister remisierte, den deutschen Meister schlug und am Ende einen hervorragenden 10. Platz belegte (siehe Beitrag „Marius Deuer gelangt unter die ersten 10 der Jugendweltmeisterschaft“). Das Jahr endete für Marius schließlich mit einem weiteren schönen Erfolg: beim traditionellen Böblinger Schachopen, das jedes Jahr kurz nach Weihnachten ausgetragen wird, belegte Marius im B-Open einen tollen 3. Platz mit 7/9 Punkten! Damit durchbricht Marius die 1900-Mauer und liegt nun bei einer Wertungszahl von 1923!

Ebenfalls international unterwegs war Uwe Gebhardt. So nahm er Anfang des Jahres zusammen mit Thomas Hartmann und Erich Bornmüller bei einem Turnier parallel zum Tata Steel Chess in den Niederlanden teil. Später im Jahr war Uwe auch in den Listen des stark besetzten Capella de la Grande Opens zu finden. Den größten sportlichen Erfolg erzielte Uwe dann aber in heimischen Gefilden: bei einem Turnier der Württembergischen Amateurmeisterschaft (WAM) in Illertissen konnte er seine DWZ-Gruppe gewinnen und dabei einen Spieler mit über 2100 DWZ hinter sich lassen. Illertissen war auch ein gutes Pflaster für Alexander Hoffart, der bei der Illertissener Stadtmeisterschaft höher gewertete Gegner hinter sich lassen konnte und mit 5/7 Punkten einen starken dritten Platz belegte.

Einen beeindruckenden Schritt nach vorne machte im vergangenen Jahr Philipp Lerche. Nach einem eher durchwachsenen Start in das Jahr 2018 drehte er zum Halbjahr hin auf und konnte beim Reutlinger Open satte 130 DWZ-Punkte gewinnen. Es folgte eine  überzeugende erste Saisonhälfte in der Landesliga sowie die souveräne Qualifikation für die kommende WJEM in Würzburg.

Zu guter Letzt möchte ich noch auf ein sehr schönes Turnier hinweisen, an dem ich selbst teilgenommen habe. Es handelt sich dabei um den Deutschland-Cup in Wernigerode, an dem auch Philipp Zitzelsberger im vergangenen Jahr sehr erfolgreich teilgenommen hat. Seinen Ursprung hat das Turnier als Begleitturnier zur Schacholympiade 2008 in Dresden. Damals konnten sich übrigens einige Weiße Dame-Spieler für das Turnier qualifizieren. Seit einigen Jahren schon wird der Deutschland-Cup als offenes DWZ-Gruppenturnier ausgetragen. Das Turnier ist sehr liebevoll organisiert, neben der reibungslosen Organisation des Turnieres an sich bieten die Organisatoren ein vielfältiges Rahmenprogramm an, das Begleiter und Spieler die Kultur und Landschaften des Harzes näher bringt. Das Turnier findet immer in der Woche um den 3.Oktober statt. Falls man mal noch Urlaubstage übrig hat, lohnt sich das Turnier aus meiner Sicht auf jeden Fall!

So, das soll es erstmal gewesen sein. In freudiger Erwartung darauf, was uns das neue Jahr in schachlicher Hinsicht alles bringen wird, bleibt mir nur noch zu sagen: ein frohes und hoffentlich erfolgreiches Schachjahr 2019 euch allen!

 

 

2 Kommentare

  • Schöner Überblick. Ich bekomme schon ein schlechtes Gewissen, weil ich selber kaum noch spiele.

  • Norbert Kelemen

    Hallo Alexander, Du hättest ruhig erwähnen können, dass Du beim Deutschland-Cup in Wernigerode in Deiner Gruppe (4) den 1. Platz mit 5/7 belegt hast, obwohl Du aus der unteren Hälfte gestartet bist.