View Sidebar
Dritte weiter auf Kurs – Vierte erkämpft Mannschaftsremis in Unterzahl

Dritte weiter auf Kurs – Vierte erkämpft Mannschaftsremis in Unterzahl

am 12. November 2018Kommentare geschlossen

Dritter Sieg im dritten Spiel – es läuft bei der Dritten. Die Vierte konnte trotz zweier Hiobsbotschaften am Spieltag noch einen Punkt erkämpfen.

SF Blaustein 1 – SC Weiße Dame Ulm 3   2:6

Nach zwei souveränen Auftaktsiegen konnte unsere dritte Mannschaft mit breiter Brust in das Auswärtsspiel gegen die Nachbarn aus Blaustein gehen. Konnte man in den ersten beiden Spielen noch auf das Stammpersonal zurückgreifen, musste man nun aber schmerzlicherweise auf die beiden Spitzenbretter Marius Deuer (der Weg von Spanien ist dann doch etwas weit) und Franz Schmid verzichten. Vertreten wurden die beiden von Michael Bauersfeld, der sich nach einiger Zeit mal wieder ans Brett wagte, und von Haims Haitovs aus der vierten Mannschaft.

Eben jener Haims Haitovs (8) beendete seine Partie als erster. Mit den schwarzen Steinen konnte er problemlos ausgleichen, ausgangs der Eröffnung dann sogar einen Bauern gewinnen. Weiß gewann diesen nach einer hübschen taktischen Wendung aber zurück, und danach war nicht mehr viel los, der Remisschluss war also die logische Folge. Eine tierisch-affige Partie kam bei Michael Bauersfeld (7) aufs Brett, der mit 1.b4!? auf die Orang-Utan-Eröffnung setzte. Bald gerieten die beiden Kontrahenten in einen undurchsichtigen Mittelfeld-Dschungel. Michael konnte schließlich in ein leicht vorteilhaftes Endspiel überleiten, aus dem nach einem Bauerngewinn eine Gewinnstellung wurde, die Michael souverän verwertete.

Alexander Hoffart (1) hatte die schwere Aufgabe, das Spitzenbrett mit den weißen Steinen zu verteidigen. Diese Aufgabe bewältige er über weite Strecken der Partie mit Bravour.  Schließlich kam ein Turmendspiel auf das Brett, in dem beide Seiten jeweils zwei verbundene Freibauern auf den gegenüberliegenden Flügel vorweisen konnten. Ein kompliziertes Endspiel, in dem man leider nur zu schnell fehlgreifen kann. Ausgerechnet im 40. Zug, der die Zeitkontrolle markiert, unterlief Alex ein schwerwiegender Fehler:

Schwarz am Zug gewinnt – wie? Auflösung unten!

Schwarz spielte aber 40…Tb2, was nach 41.Kg4 Txb4+ 42.Kh3 Tb5 43.Kxg2 nur zum Remis führt. Nach wenigen weiteren Zügen reichten sich die Kontrahenten die Hand zum Friedensschluss.

Achim Zahn (6) besaß im Endspiel zwar das Läuferpaar, aber bei nahezu symmetrischer Bauernstruktur ohne gegnerischen Schwächen konnte er wohl nur akademischen Vorteil reklamieren. Daher endete auch diese Partie ohne Sieger.

Die Führung baute schließlich Kevin Pieczka (5) aus. Wohl inspiriert von Caruana, beantwortete Kevin den gegnerischen d6-Sizilianer mit 3.Lb5+. Die Eröffnungswahl sollte sich auszahlen, denn in der Folge geriet Schwarz in eine passive Stellung, die Kevin schließlich mit einem Zentrumsdurchbruch einzureißen versuchte. In den folgenden komplizierten Verwicklungen behielt Kevin den besseren Überblick. Ein Leichtfigurengewinn entschied die Partie zu seinen Gunsten.

Norbert Baur (2) beherrscht es ziemlich gut, mit experiementellen Eröffnungssystemen für Verwirrung beim Gegner zu sorgen (wie der Berichterstatter am Freitag schmerzhaft feststellen musste 🙂 ). So auch in dieser Partie, in der der Blausteiner die schwarze Spielanlage nicht widerlegen konnte und für Norbert so ein ziemlich ungefährdetes Remis zu Buche stand.

Den Mannschaftssieg besorgte schließlich Albert Lepschi (3). Mit Weiß erhielt er in einem klassischen Damengambit leichten Vorteil und konnte diesen Stück für Stück ausbauen. Das Ende der Partie folgte schließlich ziemlich abrupt, da Albert mit seiner Dame in das schwarze Lager eindrang und diese, unterstützt von Läufer und Bauer, den alleingelassenen schwarzen Monarchen erlegte.

Den Schlusspunkt setzte schließlich Rüdiger Boeck (4). Mit den schwarzen Steinen spielend, geriet er ausgangs der Eröffnung unter Druck und musste eine Qualität opfern, konnte dafür aber einige Bauern gewinnen und erhielt am Damenflügel drei verbundene Freibauern. Da sein Gegner diese Bauern irgendwann zu stark werden ließ, brachten diese den Sieg. Rüdiger hat mit diesem Sieg nun saisonübergreifend 10 Partien hintereinander gewonnen – eine beeindruckende Bilanz!

Dank dieses klaren Auswärtssieges liegt die Dritte nun gleichauf mit Obersulmetingen an Platz 1. Schon am nächsten Spieltag kommt es zum direkten Aufeinandertreffen – und somit vielleicht schon zu einer kleinen Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg.

Br. SF Blaustein 1 SC Weiße Dame Ulm 3 2:6
1 Hunold, Lothar (1904) Hoffart, Alexander (1790) ½:½
2 Geisdorf, Uwe (1685) Baur, Norbert (1723) ½:½
3 Kirchner, Ulrich (1638) Lepschi, Albert (1743) 0:1
4 Denkinger, Robert (1560) Boeck, Rüdiger (1709) 0:1
5 Teubner, Wolfgang (1592) Pieczka, Kevin (1405) 0:1
6 Hertkorn, Dieter (1511) Zahn, Achim (1554) ½:½
7 Walther, Roger-Guido (1325) Bauersfeld, Michael (1733) 0:1
8 Barth, Kurt (1418) Haitovs, Haims (1275) ½:½

Zur 3. Mannschaft

SC Weiße Dame Ulm 4 – SC Laupheim 2   4:4

Nach dem durchaus überraschenden Auftaktsieg gegen Langenau 3 stand für die Vierte gestern gegen die zum damaligen Zeitpunkt noch punktlosen Laupheimer vor einem richtungsweisenden Spiel im Kampf um den Klassenerhalt. Umso schlimmer, dass am Samstag dann noch zwei Spieler krankheitsbedingt ausfielen. Die Vierte sah sich also denkbar schlechten Voraussetzungen gegenüber.

Doch schon früh zeigte sich, dass Caissa den Ulmern an diesem Tage gewogen war. Frederic Goda (1), Bernd Rieken (4) und Hannelore Ufschlag (8) konnten ihre Partien in überzeugender Manier gewinnen. Alle drei gewannen im Laufe des Mittelspiels klaren Materialvorteil und konnten diesen in den vollen Punkt umwandeln. Laupheim konterte aber seinerseits: Ljubisav Topalovic (5) geriet mit Schwarz ausgangs der Eröffnung in eine schwierige Stellung, die er zwar noch tapfer verteidigte, am Ende musste er aber die Segel streichen. Auch Berthold Sauter (6) hatte gegen seinen jungen Gegner das Nachsehen.

Beim Stande von 3:4 kämpfte nun Norbert Kelemen (2) in einer an Dramatik kaum zu übertreffenden Partie noch über zwei Stunden um das Mannschaftsremis. In einer Stonewall-Struktur war die Partie von langsamen Manövrieren geprägt, in der Norbert mit den weißen Steinen trotz aktiveren Spiels die grundsolide schwarze Stellung nicht zu knacken vermochte. Irgendwann landeten die beiden Kontrahenten in einem Endspiel, in dem Norbert mit einem eigentlich schlechten Läufer gegen einen Springer kämpfen musste. Da aber der Läufer vor die eigene Bauernkette gelangte, und das schwarze Ross von den weißen Bauern stark eingeschränkt wurde, schien das Endspiel besser für Norbert zu sein, doch objektiv war die Stellung wohl nach wie vor Remis. Schließlich ging Norbert „All-in“ und riskierte ein Bauernrennen, das Schwarz wohl in einem kurzen Moment für sich hätte entscheiden können. Doch Caissa sei Dank verpasste der Laupheimer die Chance, und beide Bauern liefen gleichzeitig zur Dame. Weiß hatte aber die deutlich gesündere Bauernstruktur und konnte in der Folge die schwachen schwarzen Bauern einsammeln. Schließlich konnte Norbert den Damentausch erzwingen und am Ende einer 77-Zügen langen Seeschlange das Mannschaftsremis sichern!

Mit diesem hart erkämpften, aber durchaus glücklichen Mannschaftsremis kann die Vierte sicherlich besser leben als die Gäste aus Laupheim. Da die Liga aber sehr nahe beieinanderliegt, ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Für die Vierte steht am nächsten Spieltag ein schwieriges Auswärtsspiel gegen Biberach an.

Br. SC Weiße Dame Ulm 4 SC Laupheim 2 4:4
1 Goda, Frederic (1597) Gröner, Martin (1478) 1:0
2 Kelemen, Norbert (1532) Schauwecker, Franz-Anton (1473) 1:0
3 Kikic, Radovan (1414) Siebel, Wolfgang (1414) -:+
4 Rieken, Bernd (1337) Gall, Josef (1412) 1:0
5 Topalovic, Ljubisav (1322) Weckenmann, Franz (1399) 0:1
6 Sauter, Berthold (1328) Aberle, Frederico (1376) 0:1
7 Braig, Elmar (1635) Bejga, Thomas (1079) -:+
8 Ufschlag, Hannelore (1084) Maucher, Matthias (1103) 1:0

Zur 4. Mannschaft

Auflösung: Mit 40…h5 hätte Schwarz die Waage zu seinen Gunsten lenken können. Weiß muss auf die Drohung …h4 mit 41. Kg5 reagieren. Der eigentliche Schlüsselzug folgt jetzt: nach 41…Ta8! ist die weiße Stellung hoffnungslos, da Schwarz im nächsten Zug …Tg8 zieht und so hinter den Freibauern gelangt. Weiß kann den Bauern g2 aber auch nicht verhaften, da wiederum …Tg8+ mit Turmverlust folgt.

Kommentare geschlossen