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Lindau zu stark für unsere Zweite

Lindau zu stark für unsere Zweite

am 11. November 2017Kommentare geschlossen

Gegen überlegene Lindauer war für unsere Zweite nichts zu holen.

SC Lindau 1 – SC Weiße Dame Ulm 2   5,5:2,5

Den Schwung aus dem erfolgreichen Mannschaftskampf gegen Friedrichshafen konnte unsere Zweite leider nicht in das Spiel gegen die andere Bodenseemannschaft mitnehmen. Das Ergebnis geht wohl auch in der Höhe in Ordnung, da auch der einzige Ulmer Sieg an diesem Tag mit einer gehörigen Portion Glück zustande kam.

Was war passiert?

Thomas Hartmann legte die Partie mit Weiß gegen den schwarzen Nimzoinder mit 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 Lb4 4.Dc2 0-0 5.e4!? scharf an, und schnell entwickelte sich eine unklare Stellung, in deren Verlauf Thomas leider zwei Bauern und damit den Punkt einbüßte. Auch an Brett zwei geriet unser Spezialist für experimentielle Eröffnungssysteme Heiko Sieber in eine Taktikschlacht, die der Berichterstatter weder verstanden hat noch ausführlich kommentieren kann. Es bleibt nur zu sagen, dass Heiko am Ende leider das Nachsehen hatte.

Franziska Fröhlich geriet mit Weiß von einem Alapin-Sizilianer in einen Franzosen. Auch wenn ihr Gegner diesen wohl nicht ganz „korrekt“ behandelte, blieb die Stellung die meiste Zeit über im Gleichgewicht. Irgendwann verlor Franzi einen Bauern, doch sie verteidigte die Stellung sauber und am Ende stand die Punkteteilung. Helmut Deißler war fast die ganze Partie über mit Schwarz am Drücker, fand letzten Endes aber keinen Gewinnweg und musste sich ebenfalls mit dem Remis begnügen.

Der Berichterstatter bereitete sich im Voraus auf Holländisch vor, in der Partie wurde es dann, richtig – Benoni, beziehungsweise etwas Benoni-ähnliches nach 1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sc3 c5 4.d5 e5!!??. Danach verfiel Weiß erstmal in längeres Nachdenken und entschied sich dann für 5.e4, Fritz will die schwarze Kühnheit sofort mit 5.d6! bestrafen. Weiß bekam in der Folge das aktivere Spiel am Damenflügel und bekam Druck gegen einen rückständigen schwarzen Bauern auf b6, doch im kritischen Moment der Partie verdarb Weiß mit einem fürchterlichen Damenzug die Stellung und hatte Glück, dass Schwarz die Chance zum Ausgleich (oder Vorteil!?) nicht ergriff, sondern in ein verlorenes Endspiel abwickelte, dass ich dann glücklicherweise nicht mehr vergeigte.

Philipp Zitzelsberger stand mit Schwarz nach der Eröffnung gut, ein weißer Bauer hatte sich ohne Hilfe seiner Kameraden nach e5 verirrt und war dort schon dem Tode geweiht. Die Stellung wurde aber schnell unübersichtlich, und auch die nachfolgende computerfreie Analyse konnte den besten schwarzen Weg zum Vorteil nicht endgültig klären. Als Philipp sich dann den Bauern e5 einverleibte, war es leider der falsche Zeitpunkt, und eine Qualität ging verloren. Da Philipp aber noch einen zweiten Bauern gewann und einen starken schwarzfeldrigen Läufer besaß, versandete die Partie schnell ins Remis, auch wenn Philipp noch vorbildhaft versuchte, mehr aus der Stellung zu machen.

Norbert Baur besaß im Mittelspiel einen Mehrbauern, allerdings in Form eines Tripelbauern auf der c-Linie, während sein Gegner einen Angriff gegen Norberts Monarchen fuhr, der am Ende wohl erfolgreich war. Das genaue Ende bekam ich leider nicht mit, genauso wenig wie das Ende der Partie von Albert Lepschi. Zwar hatte er einen Mehrbauern, litt aber unter chronischer Entwicklungsschwäche (vor allem sein Springer auf b8). Im Endspiel war der gegnerische König sehr aktiv und wohl auch partieentscheidend.

Durch diesen verdienten Sieg schiebt sich Lindau bis auf den dritten Platz vor, während die Zweite sich im Mittelfeld der Tabelle wiederfindet. Die nächsten drei Spieltage haben dann schon Vorentscheidungscharakter, da mit Langenau, Obersulmetingen und Mengen drei Konkurrenten um den Klassenerhalt zum Tanz bitten.

Br. SC Lindau 1 SC Weiße Dame Ulm 2 5,5:2,5
1 Steudel, Karl (1995) Hartmann, Thomas (1962) 1:0
2 Eiler, Gebhard (1954) Sieber, Heiko (1910) 1:0
3 Lasshahn, Holger (1896) Fröhlich, Franziska (1856) ½:½
4 Fichtl, Xaver (1817) Deißler, Helmut (1839) ½:½
5 Raiber, Alfons (1740) Kelemen, Alexander (1788) 0:1
6 Roth, Heinz Georg (1683) Zitzelsberger, Philipp (1849) ½:½
7 Jäckel, Thomas (1891) Baur, Norbert (1728) 1:0
8 Greussing, Stefan (1804) Lepschi, Albert (1717) 1:0

Zur 2. Mannschaft

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