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DEM Abschlussbericht

DEM Abschlussbericht

am 21. Mai 20161 Kommentar

Die Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften 2016 in Willingen sind beendet! Leider gingen sie für Robert Mierzwa, den einzigen Teilnehmer des SC Weiße Dame Ulm, alles andere als erfolgreich zu Ende.

Zum ersten Mal seit vier Jahren qualifizierte sich wieder ein Spieler des SC Weiße Dame Ulm für die Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften (DEM). Ich war zwar nicht unglücklich darüber, dass ich dieser eine war, doch mein Schach ließ während den neun Tagen, die ich im Sauerland verbracht habe, zu wünschen übrig. Bekanntlich sollten bei Rückblicken, Berichten, Feedbacks, … aber das Positive an den Anfang gestellt werden,  weshalb ich mir den Turnierverlauf für später aufhebe. Aus dem selben Grund kann ich zu Beginn auch nicht über das Wetter oder meinen Heuschnupfen schreiben und fange deshalb mit dem Hotel an.

Traditionell finden mehrtägige Jugendturniere stets in mehr oder weniger akzeptablen Jugendherbergen statt, bei mehr oder weniger appetitlicher Verpflegung. Allerdings gibt es keine JuHe mit über tausend Betten, weshalb die DEM jedes Jahr in einem gewaltigen 4-Sterne-Hotel ausgetragen wird. Dementsprechend hochwertig sind sowohl Essen als auch Räumlichkeiten und selbstverständlich verfügt jedes Zimmer über ein eigenes Bad mit Badewanne. Spätestens sobald man die hauseigene Sauna gefunden hat, vergisst man hier leicht, dass man eigentlich zum Schachspielen hier ist. Wer also noch zu viel Geld auf dem Konto hat, sollte sich eine Teilnahme an den offenen U25-Meisterschaften i´nächstes Jahr überlegen. Wenn man jedoch im nächsten Jahr keinen Schach-Urlaub machen möchte, kann ich trotzdem das Sauerland empfehlen, denn die Landschaft ist mindestens genauso ansprechend wie der Hotel-Komfort.

Besser in Erinnerung als das Buffet werden aber die Menschen bleiben, die einem den Nachtisch vor der Nase wegschnappen. Darunter waren Arthur Jussupow, Ilja Zaragatski, Jan Gustafsson und Jan-Christian Schröder, die regelmäßig die DEM besuchen.

Wie schon angedeutet, verlief das Turnier für mich eher schlecht. Obwohl ich in der ersten Runde dem FM Peter Keller ein Remis abringen konnte, folgten in Runde zwei und drei Verlustpartien gegen nominell schwächere Gegner. In der dritten Runde schaffte übrigens mein gesamtes Vierer-Zimmer sage und schreibe null Punkte, sodass wir uns anschließend selbst zum schlechtesten Zimmer des Turniers kürten. Nachdem ich jedoch die vierte Runde gewonnen hatte, fühlte ich, dass ich endlich im Turnier angekommen war. Ein Schwarzremis und ein weiterer Sieg folgten, sodass ich nach der sechsten Runde bei 50% stand und in der siebten Runde endlich wieder gegen einen stärkeren Gegner antreten durfte. Doch da wurde mir gezeigt, dass die DEM kein Zuckerschlecken ist. Obwohl ich Weiß hatte, lief ich direkt in eine Vorbereitung und stand schon nach der Eröffnung sehr schlecht. Mein Gegner zeigte gute Technik und ließ mir nicht mehr den Hauch einer Chance, sodass ich in der achten Runde gegen den bis dahin sieglosen Tabellenletzten spielen musste. In einem langweiligen Italiener kam ich jedoch als Schwarzer nicht über ein Remis hinaus, sodass ich in der letzten Runde den nominell schwächsten Spieler zugelost bekam. Da ich Weiß hatte, war ich frohen Mutes, doch dann geschah das Unheil. Als mir mein Gegner im 21. Zug Remis bot und gleichzeitig eine Qualität einstellte, gab ich das Geschenk zurück: Anstatt die Qualle zu gewinnen, ließ ich eine stehen und musste mich anschließend mit viel Glück in ein weiteres Remis quälen. Damit lautet mein Endergebnis 4 aus 9 bei -30 DWZ. An meine Elo will ich gar nicht denken…

Es gab dafür aber andere Württemberger, die viel erfolgreicher als ich waren. Eine davon ist Katrin Leser, die Deutsche Meisterin der U16w wurde! Sie spielt beim SV Weingarten und nahm an der diesjährigen OSEM teil.

1 Kommentar

  • Egal wie es lief, du warst dabei – ohne Freiplatz – und das alleine ist schon eine Heldenleistung! Wir sind und bleiben stolz auf dich!