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Zweite verpasst Befreiungsschlag – Dritte schrammt an Sensation vorbei – Fünfte furios

Zweite verpasst Befreiungsschlag – Dritte schrammt an Sensation vorbei – Fünfte furios

am 17. Dezember 2015Kommentare geschlossen

Es war wieder einiges geboten am vergangenen Sonntag. Im Einsatz waren die Landesligamannschaften und die bisher so schwer gebeutelte fünfte Mannschaft in der A-Klasse. Von Enttäuschung über Zufriedenheit bis hin zur Euphorie war alles dabei.

Für die zweite Mannschaft stand aus zwei Gründen ein ganz besonderes Spiel auf dem Programm: zum einen empfingen wir mit Jedesheim 2 einen Lokalrivalen, zum anderen war die Mannschaft aus Illertissen bisher zwar besser, aber auch noch nicht überzeugend aus den Startlöchern gekommen. Somit war dies ein immens spannendes, wenn nicht gar wegweisendes Spiel.

Zunächst aber schien sich der Trend aus den letzen Mannschaftsspielen fortzusetzen. Als erster musste Rüdiger Boeck die Segel streichen, nachdem er mit den schwarzen Steinen zunächst gut ins Spiel kam und einen Mehrbauern reklamieren konnte, wenn auch sein Gegner Dietmar Seitz dafür erheblichen Entwicklungsvorsprung erhielt. Nach einem ungenauen Bauernzug gewann die weiße Initiative gefährlich an Fahrt und Rüdiger konnte die Stellung nicht mehr zusammenhalten – 0:1.

Wenig später musste auch Tobias Baumann seinen König umlegen. Einige von uns befürchteten schon das schlimmste. Wieder mussten wir einem Rückstand hinterherrennen. Doch im Gegensatz zum Spiel gegen Friedrichshafen brachen wir nun nicht an fast jedem Brett ein – im Gegenteil, die Jedesheimer sahen sich an den meisten Brettern in die Defensive gedrängt. Den Anschluss erzielte dann der in der bisherigen Saison glücklos spielende Alex Kelemen, der gegen das Wolga-Gambit seinen Gegners Clemens von Schwerin erstmals die moderne, giftige Variante 12. a4!? ausprobierte. Clemens fand dagegen nicht die richtige Erwiderung und musste fortan eine passive Stellung ohne das übliche starke Druckspiel am Damenflügel verteidigen. Zwar musste Alex noch einige kritische Momente überstehen, nachdem er aber einen zweiten Bauern gewinnen konnte, war die Partie entschieden. Dies war im übrigen sein erster Sieg überhaupt gegen das Wolga-Gambit – Robert Mierzwa sei Dank, der ihm diese Variante ans Herz gelegt hatte.

Jener Robert Mierzwa spielte an diesem Sonntag vielleicht seine bisher beste Partie in der Saison, was viel bedeutet, ist er doch mit 3,5/4 unser fleißigster Punktesammler. Mit zurecht großem Selbstbewusstsein opferte er eine Leichtfigur gegen drei Bauern und behandelte das entstehende Endspiel gekonnt. Als dann schließlich noch ein weiterer Bauer verloren ging, hatte sein Gegner trotz Mehrfigur Roberts Bauernmacht nichts mehr entgegenzusetzen. Ein Bilderbuch-Sieg!

Wir waren also wieder im Spiel – und blieben weiterhin am Drücker. Einzig unser Mannschaftsführer Frank Bitter stand optisch etwas schlechter, aber er hielt den Gewinnversuchen seines Gegners souverän stand – Remis. Helmut Deißler und Franz Schmid mühten sich lange, ihre besseren Stellungen in volle Punkte umzuwandeln, mussten am Ende aber ins Remis einwilligen. Hierbei ist den Jedesheimern Manfred Grosse und Matthias Lerche für ihre starke Verteidigungsleistung Respekt zu zollen.

Die Entscheidung fiel nun also an Brett 8, wo Klaus Locher gegen Bernhard Jehle ein vermeintlich leicht gewonnenes Leichtfigurenendspiel auf dem Brett hatte. Doch wie so oft im Schach war es eben doch nicht so leicht. Letzlich rang sich Klaus zu der Entscheidung durch, seinen Springer für den letzt verbliebenen Bauern seines Gegners herzugeben. Das entstehende Endspiel war wahrscheinlich noch immer gewonnen, doch nach über vier Stunden Spielzeit und dem nicht zu unterschätzenden Druck des „Gewinnen-Müssens“ fand Klaus nicht die gewinnbringende Fortsetzung. Nichtsdestotrotz eine starke Leistung von Klaus gegen einen höher gewerteten Gegner, auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat.

4:4 am Ende also – trotz der Freude über den ersten Punktgewinn der Saison bleibt der Eindruck, dass hier wieder mehr für uns drin gewesen wäre. Immerhin halten wir somit erstmal den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze und können im neuen Jahr dann gegen Mengen vielleicht ja mehr Punkte auf unser Habekonto einspielen.
Zur 2. Mannschaft

Derweil hatte die dritte Mannschaft eine wahr Mammutaufgabe vor sich und reiste, sinnbildlich gesprochen, nur mit einem Pfeil und ohne Bogen nach Markdorf, dem Favoriten auf die Meisterschaft. Da in der zweiten Mannschaft Spieler ausfielen, musste die Dritte Ersatzspieler abstellen, die sie nicht mehr ganz ersetzen konnten. So trat man mit zwei Spielern weniger gegen die vermeintlich stärkste Mannschaft der Liga an. Es gibt sicherlich schönere Aufgaben am Sonntagmorgen.

Doch die Mannschaft erwischte einen absoluten Sahnetag. Zwar ging das Spiel am Ende verloren – aber nur denkbar knapp mit 3,5-4,5! Thomas Hartmann, Albert Lepschi und Alex Hoffart konnten ihre teilweise deutlich höher gewerteten Gegner bezwingen, während Heiko Sieber Dieter Knödler (Markdorfs Spitzenbrett, fast 2300-DWZ schwer) einen halben Punkt abknöpfte. Respekt! Mit so einer Leistung kann man beruhigt in die kommende Aufgabe Wetzisreute gehen.
Zur 3. Mannschaft

Totgeglaubte leben länger – was ein weiser Spruch! Die fünfte Mannschaft, bisher mit Null Zählern Träger der roten Laterne in der A-Klasse schaffte gegen Berghülen einen klaren 5,5-2,5 Auswärtserfolg und überwintert somit erstmal auf einem Nichtabstiegsplatz. Matchwinner waren dabei Nils Böck, Norbert Kelemen, Radovan Kikic und Robert Gerdes. Das nachgemeldete Spitzenbrett Frederic Goda und Max Hitzler steuerten jeweils ein Remis zum verdienten Sieg bei.
Zur 5. Mannschaft

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