View Sidebar
Erste mit 4:4 gegen Nürtingen nach spannendem Kampf

Erste mit 4:4 gegen Nürtingen nach spannendem Kampf

am 5. Oktober 2015Kommentare geschlossen

Zum Saisonauftakt besuchte uns der Ex-Lieblingsgegner aus Nürtingen, der sich in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt hat. An den ersten drei Brettern spielten ehemalige Deizisauer; ein weiterer Neuzugang fehlte allerdings, weil die Schwester oder die Kusine oder jemand anderes Hochzeit feierte.

So standen sich denn zwei ausgeglichene Teams gegenüber.

Der Kampf begann gut für uns; an Brett 1 ergab sich in der Partie Mareck-Smolny folgende Stellung:

Frieder fand 12… b5! – und Weiß beschloss, das es bereits Zeit zur Aufgabe ist. Vielleicht ein wenig früh in einem Mannschaftskampf, aber der Nürtinger wollte die Ruine nach z.B. 13. Dd4 b4 14. Sd5 Sxd5 15. Dxd5 Sxc5 16.0-0 Le6 nicht mehr weiterspielen.

Kurz darauf einigten sich die Kontrahenten Berning und Auch an Brett 6 in einer relativ blutleeren damenlosen Stellung auf Remis (Gesamtstand 1,5:0,5).

Der Ausgleich für Nürtingen fiel an Brett 7 in der Partie Templin-Gebhardt. Uns Ex-Topscorer Uwe hatte hier im frühen Mittelspiel den Faden verloren und musste leider bereits im 22. Zug die Segel streichen.

In der Partie Doll-Wolf an Brett 5 konnte unser Mannschaftsführer Druck auf den schwarzen Feldern aufbauen, dabei einen Bauern gewinnen und die luftige schwarze Königsstellung attackieren. Im ausgehenden Mittelspiel verpasste Rainer dann eine gute Möglichkeit, den Sack sofort zuzumachen:

Weiß hatte soeben einen Turmtausch initiert, um sich ein wenig Entlastung zu verschaffen, und stand nun vor der schwierigen Frage, mit welcher Figur er auf d1 zurückschlagen sollte. In diesem Dilemma verfiel er auf die Idee, mit Lc4+ zunächst ein Zwischenschach zu geben. Das Zwischenschachs nicht immer gefährlich sind, hätte Schwarz nun mit der Erwiderung Td5 zeigen können.

Nach Kg7 hatte Rainer jedoch noch einiges an Arbeit vor sich, um am Ende im Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern unter Mithilfe seines Gegners den vollen Punkt zu realisieren.

Ein interessanter Kampf entwickelte sich derweil an Brett 2 in der Partie Fleischer-Weigand. In einem Vorstoß-Franzosen hatte Schwarz einen Freibauern gebildet und ein strukturelles Übergewicht am Damenflügel erreicht. Weiß erhielt als Kompensation einen Freibauern auf der h-Linie. Im 43. Zug ergab sich folgende Stellung (Schwarz am Zug):

Schwarz entschloss sich zum Qualitätsgewinn mit 43…. Le2+ (mit der Idee Sc4, falls Schwarz nicht schlägt) 44. Txe2 dxe2 45. Kxe2; lt. unserem Silicium-gestärkten Freund Fritz eine ausgeglichene Stellung. Im weiteren Verlauf der Partie entwickelte sich dann ein spannendes Endspiel, in dem der weiße h-Bauer unterstützt von Springer und Läufer schließlich das Rennen machte. Stärker laut Fritz wäre 43 …. Lc2 mit derselben Idee (44 …Sc4) gewesen, aber wer will am Brett schon den direkten Qualitätsgewinn auslassen?

Währenddessen musste Viktor an Brett 8 ausgangs des Mittelspiels ebenfalls die Null quittieren, so dass kurz nach der ersten Zeitkontrolle beim Stand von 2,5:2,5 noch drei spannende Endspiele zu bewundern waren. Neben der bereits erwähnten Partie Doll-Wolf an Brett 5, die bekanntlich 0:1 ausging, waren dies noch die Partien Schwarz-Egle an Brett 3 und Weber-Aring an Brett 4.

Die Prognosen zum Ausgang des Kampfes schwankten zu dem Zeitpunkt zwischen 4,5 für uns und 4,5 für Nürtingen, denn der Sieg von Rainer an Brett 5 schien noch alles andere als sicher. In Schwarz-Egle war das Thema ebenfalls ein Endspiel mit ungleichen Läufern, das entgegen landläufiger Meinung zu diesem Endspieltypus nicht ins Remis mündete, sondern zu unserem Leidwesen in einen Sieg für Nürtingen (Weiß am Zug):

Weiß befreite seinen König aus der Ecke mittels 69. Kh7 Kf7 70. Ld5+ Kf6 71. Kg8 und der h-Bauer läuft durch.

Den Schlusspunkt setzte Franz Weber gegen Gerd Aring an Brett 4 mit einem Remis. Ein scharfer Sveshnikow, in dem Schwarz mehrere günstige Gelegenheiten zum thematischen Vorstoß f5 ausließ, mündete schließlich in ein positionelle Endspielstellung mit leichten weißen Vorteilen. Der Schwarze konnte sich schließlich ins Endspiel Turm gegen Turm+Läufer retten, das Franz nach einer anstrengenden Partie sofort remis gab, indem er die Türme tauschte.

Alles in allem ein sehr spannender Kampf mit letztlich gerechter Punkteteilung.

Weiter geht’s am 25.10. mit einem erneuten Heimspiel gegen Hohentübingen, Zuschauer sind wie immer herzlich willkommen (der Eintritt ist frei).

Kommentare geschlossen