View Sidebar
WEM 2015

WEM 2015

am 27. September 2015Kommentare geschlossen

Vom 29. August bis zum 6. September wurden in Botnang (Stuttgart) die Württembergischen Einzelmeisterschaften 2015 ausgetragen. Nach zwei Jahren ohne Beteiligung unseres Vereins haben sich dieses Jahr Frieder Smolny und Robert Mierzwa auf den Weg gemacht.

Wie üblich wurden die Meisterschaften in zwei getrennten Turnieren ausgespielt. Während die Spieler des Meisterturniers um eine Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft und den Titel des württembergischen Meisters rangen, bot das Kandidatenturnier die Möglichkeit einen Platz im Meisterturnier zu erobern.

Nachdem ich mir über die Jugendeinzelmeisterschaften eine Qualifikation zum Kandidatenturnier erspielt hatte, war ich sehr froh, als sich Frieder dazu entschied mich nach Stuttgart zu begleiten und per Freiplatz im Meisterturnier mitzuspielen. Denn ein neuntägiges Schachturnier mit nur einer Runde am Tag quasi alleine zu spielen, wäre wohl etwas eintönig gewesen.

Frieder war im Meisterturnier knapp in der oberen Hälfte gesetzt und startete überzeugend in das Turnier. Nach vier Runden sahen seine zwei Punkte zwar bisher nur nach Pflichterfüllung aus, doch in seinen Partien zeigte er, warum er unser Brett 1 ist. In der fünften Runde traf er dann auf den erstgesetzten FM Josef Gheng. Als der FM früh eine ganze Figur opferte, wurde die Partie im Zuschauerraum (einige Partien wurden live dorthin übertragen)  zum mit Abstand heißesten Diskussionsgegenstand der Runde. Doch Frieder schaffte es seine Figuren ganz langsam aus den Ecken des Brettes zu führen, ohne ein Befreiungsopfer durchführen zu müssen. So setzte sich Frieders Mehrfigur durch und er gewann gegen den nominell weit überlegenen Gegner.

Nach dieser starken Leistung gelang es Frieder leider nicht mehr seine gut geführten Partien zu verwerten und musste sich anschließend mit drei Remis und einem Verlust abfinden, sodass für ihn am Ende mit 4.5/9 genau sein Setzlistenplatz heraussprang. Damit hat sich Frieder für das Meisterturnier 2016 qualifiziert und ein minimales DWZ-Plus zu verzeichnen.

Obwohl ich beim Turnierstart knapp in der unteren Hälfte gehandelt wurde, hatte ich Hoffnungen auf einen der oberen Plätze. Schließlich hatte ich kurz zuvor in Augsburg mein bisher bestes Turnier gespielt und mit Frieder stand mir nun ein sehr starker Spieler zur Vorbereitung und Partieanalyse zur Seite. Doch an meine vorherigen Leistungen konnte ich nicht anknüpfen. In den ersten vier Partien verschenkte ich leichtfertig zwei volle Punkte und startete mit nur 1.5/4. Damit war ich weit abgeschlagen und schaffte auch in der fünften Runde in klarer Gewinnstellung keinen vollen Punkt und verlor sogar in der sechsten Runde einmal mehr gegen einen nominell schwächeren Gegner. Mit 2/6 Punkten gab es natürlich keine Hoffnung mehr auf einen Trostpreis. Doch was schlecht anfängt, muss nicht schlecht weitergehen. In den letzten drei Runden gelangen mir dann doch noch drei (für das Selbstbewusstsein) wichtige Siege, auch wenn ich alles andere als überzeugend spielte. Leider schrammte ich mit 5/9 Punkten und dem 17. Platz knapp an einer erneuten Qualifikation zum Kandidatenturnier vorbei und musste einen DWZ-Verlust von 20 Punkten verkraften.

Um möglichst mobil zu sein, Geld zu sparen und die freie Zeit optimal nutzen zu können hatten wir übrigens unsere Fahrräder mitgenommen. Wer sich in Stuttgart auskennt, hätte uns vermutlich davon abgeraten, denn nicht nur unsere Unterkunft verlangte einen 150m hohen Aufstieg, auch das Spiellokal in Botnang wollte nochmal 160 Höhenmeter überwunden wissen. Zudem verbrachten wir weniger Zeit damit, die Sehenswürdigkeiten in Stuttgart abzuklappern als uns auf die kommenden Partien vorzubereiten. Immerhin hat es zu einem Ausflug nach Solitude und zum weniger eindrucksvollen Bärenschloss gereicht. Selbstverständlich haben wir auch die Freiluftschachbretter im Stadtpark genutzt.

Alle Tabellen und Partien, sowie die Berichte des Schachverbands gibt es hier.

Kommentare geschlossen