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Familiensonntag in der Landesliga

Familiensonntag in der Landesliga

am 22. September 2015Kommentare geschlossen

Vereinsinterne Duelle stehen offensichtlich zu Unrecht unter Verdacht, ausschließlich gemütliche Partien sehen. So konnten wir daheim zwar alle eine familiäre Atmosphäre genießen, doch auf den Brettern ging es heiß her. Zum Auftakt dieser Saison hatte unsere 3. Mannschaft unsere 2. Mannschaft zu Gast und gewann mit 3,5 – 2,5.

Nachdem sich letzte Saison sowohl die 2. als auch die 3. Mannschaft in der Landesliga halten konnten, standen wir schon während der Mannschaftsplanung vor den strategischen Schwierigkeiten des letzten Jahres. Nur diesmal sind die landesligareifen Spieler noch knapper geworden und für viele der Jugendspieler rückt das Abitur immer näher. So scheiden mit Falco Nogatz (letztes Jahr noch Kapitän einer respektablen 3. Mannschaft), Rainer Krauß und Katja Stoll drei Stützen aus den Mannschaften aus, während Robert Eikmanns und Robert Mierzwa nächstes Jahr ihre Schulen verlassen werden. In der Konsequenz zieht die 2. Mannschaft mit dem schwächsten DWZ-Schnitt ins Feld, während sich die dritte ebenfalls nur im unteren Mittelfeld befindet. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass sich in der zweiten jede Menge ambitionierte Jugendspieler tummeln und solange die 3. Mannschaft selbst keine Abstiegsängste bekommt, wird eine ähnlich gute Ersatzmann-Strategie wie im letzten Jahr (hoffentlich) für den doppelten Klassenerhalt reichen.

Die ersten Ausfälle waren jedoch schon am ersten Spieltag zu beklagen. Beide Mannschaften traten mit nur sechs Spielern an und da die 2. Mannschaft nicht nur ihren Mannschaftsführer, sondern auch dessen Vertretung vermisste, übernahm Franz kurzerhand zwei Führungspositionen auf einmal. Doch natürlich war die Stimmung bei Kaffee und Brezeln ausgesprochen gelassen, wovon sich auch unsere 5. Mannschaft nicht stören ließ, die parallel gegen Wiblingen antrat. Leider gab es noch ein paar Missverständnisse auf Grund des neu eingeführten Fischer-Modus, doch bald schon konnte es losgehen.

Zu meiner großen Überraschung war meine Schwarzpartie an Brett 2 gegen Jürgen die erste, die eine Entscheidung fand. Nachdem wir beide anscheinend vollkommen theorielos eine Variante mit den Anfangszügen 1.d4 Sf6 2.Sf3 g6 3.Sbd2 gespielt hatten, fanden wir uns in einem relativ ausgeglichenen Mittelspiel wieder. Doch als Jürgen eine taktische Verwicklung übersah, konnte ich nicht nur einen Bauern gewinnen, sondern auch meine Dame gegen zwei Türme hergeben, sodass seine frühe Aufgabe die 2. Mannschaft kurzzeitig in Führung brachte. 0-1

Allerdings durfte Erich Bornmüller an Brett 6 schon sehr lange eine überlegene Stellung gegen Franz Schmid genießen. Da er eine Figur gewann und immer noch starken Angriff besaß, konnte er bequem in ein absolut gewonnenes Endspiel überleiten, sodass Franz aufgeben musste. 1-1

Währenddessen hatten sich Helmut Deißler und David Ringhut an Brett 3 auf ein Remis geeinigt. Schon in der Eröffnung konnte Helmut, der die schwarzen Steine führte, eine ausgeglichene Stellung erreichen, besaß dann sogar das aktivere Figurenspiel, doch am Ende verflachte die Stellung ein wenig, sodass sich die beiden noch halb im Mittelspiel die Hand gaben. 1,5-1,5

Mit dem Näherrücken der Zeitkontrolle konnte sich Heiko Sieber gegen unseren Neuzugang Jonas Förderreuther in einer spannenden Partie durchsetzen. Nachdem Jonas viel Zeit in die Eröffnung investiert hatte, fand er nun nicht mehr die stärksten Züge, was Heiko konsequent auszunutzen wusste.

Albert Lepschi forderte Rüdiger Böck (den einzigen ü30 Stammspieler der 2. Mannschaft) am fünften Brett mit einer Hauptvariante des abgelehnten Damengambits heraus. In der Eröffnung gab es daher nicht viel zu bestaunen, doch im Mittelspiel bekam Albert allmählich Druck auf die schwarze Stellung, den Rüdiger nicht mehr loswerden konnte. Und als im 33.Zug schließlich auch die Zeit knapp wurde, brach die Stellung auseinander und Alberts Schwerfiguren fielen über die c-Linie ein: 3,5-1,5

Da nur sechs Partien gespielt wurden, war dadurch die Begegnung schon zu Gunsten der 3. Mannschaft entschieden, doch noch kämpften Robert Eikmanns und Alexander Hoffart an Brett 5. Lange Zeit sah es so aus, als könne Alex eine bessere Stellung verwerten, doch im Endspiel gelang Robert die Wende und so stand es am Ende 3,5-2,5 für die 3. Mannschaft.

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