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Riesendusel in der Landesliga

Riesendusel in der Landesliga

am 19. Januar 2015Kommentare geschlossen

Seit dieser Saison spielen wir mit zwei Mannschaften in der Landesliga Oberschwabens. Trotz der gleichen Ligazugehörigkeit sehen sich unsere zweite und dritte Mannschaft jedoch nur selten: Der Saisonauftakt wurde zwar mit dem Vereinsduell begangen, danach hatte aber stets eine Mannschaft gerade Auswärts-, wenn die andere Heimspiel hatte. Nur in der gestrigen 6. Runde trugen beide Landesligateams ihre Begegnungen mit einem gemeinsamen Heimspiel aus.

Nach zweieinhalb Stunden sah es aber für beide Teams allerdings nicht rosig aus – beide Duelle schienen auf knappe 3,5:4,5-Niederlagen hinzusteuern, die im Kampf um den Klassenerhalt besonders schmerzen. In der Begegnung des Bezirksligaaufsteigers gegen TSV Langenau 2 waren die letzten drei Bretter bereits bis zum Mittag entschieden: Ersatzmann Michael ließ ein Figurenopfer seines Gegners zu und verteidigte das Mehrmaterial trotz offener Königsstellung umsichtig und konnte so den ersten vollen Punkt einfahren. Auch Robert an Brett 7 hielt seinen Gegenüber bei heterogenen Rochaden beständig auf Trab und siegte. Bei gleichzeitiger Niederlage von David bedeutete dies eine komfortable 2:1-Führung für das junge Ulmer Landesligateam.

An Brett 4 bekam es Falco mit einem ehemaligen Bundesligaspieler des Post-SV zu tun. Die DWZ von über 2300 mag darüber hinwegtäuschen, dass dieser jedoch seit fast 20 Jahren keine Partie mehr gespielt hatte. So konnte sich der Ulmer Mannschaftsführer eine bequeme Angriffsstellung erarbeiten, die er bei schwindender Bedenkzeit in die Zugwiederholung abwickelte – 2,5:1,5. Die übrigen Bretter wurden nun durch die Zeitkontrolle zum Teil abrupt beendet: Helmut fand in aussichtsreicher, aber komplizierter Stellung nicht schnell genug die besten Züge und verlor noch; Rainer hatte bereits Mehrbauern, sodass sein Gegner bei schwindender Bedenkzeit sein Glück im Qualitätsopfer suchte. Unser Brett 2 verteidigte sich trotz entbößtem König jedoch umsichtig und zwang seinen Gegner schließlich zur Aufgabe.

Der Zwischenstand von 3,5:2,5 konnte jedoch nicht über die düstere Gesamtprognose hinwegtäuschen. Tobias verteidigte schon lange ein Leichtfigurenendspiel mit Minusbauern. Mit schlechterem Springer gegen den weißen Läufer war die einzige Hoffnung auf den rettenden halben Punkt, dass sein Gegenüber sich nicht so recht auf einen Gewinnweg festlegen wollte. Und auch Heiko stand auf verlorenem Posten: Das Spitzenbrett aus Langenau war mit seinen Springern und Bauern weit ins fremde Lager vorgerückt und drohte unaufhörlich mit taktischen Motiven, die nur mit Materialverlust abzuwenden waren. So verblieb Heiko im verlorenen Endspiel bei Minusqualität und -bauern. Und nur noch marginaler Bedenkzeit: 2 Minuten. Heiko schrieb noch immer mit. 90 Sekunden. Nun nicht mehr. Mit nur noch Dame, Springer und Läufer ausgestattet bringt der Ulmer seinen Monarchen am Königsflügel in Sicherheit. Oder soll der beim Angriff auf den gegnerischen König helfen? 66 Sekunden. Erstaunlich, welche taktischen Fallen so ein paar Figuren aufstellen können. 48 Sekunden. Heiko übersieht den zweizügen Damengewinn. Sein Gegner auch. Nochmal lässt sich unser Spitzenbrett das Geschenk aber nicht entgehen. Plötzlich hofft Weiß nur noch auf die Zeit. Aber nicht lange: Bei 36 Sekunden auf der schwarzen Uhr gab der Spieler aus Langenau schließlich auf. Und egalisierte damit auch die Niederlage von Tobias.

Statt der lange erwarteten knappen 3,5:4,5-Niederlage konnte sich die 3. Mannschaft somit über den etwas unverdienten Sieg freuen, der alle Abstiegssorgen verschwinden lässt.

Br. SC Weiße Dame Ulm 3 TSV Langenau 2 4,5:3,5
1 Sieber, Heiko Stork, Simon 1:0
2 Krauß, Rainer Erler, Thomas 1:0
3 Deißler, Helmut Gerstberger, Walter 0:1
4 Nogatz, Falco Rentschler, Hans-Joachim ½:½
5 Baumann, Tobias Mose, Goswin 0:1
6 Ringhut, David Geutner, Steffen 0:1
7 Mierzwa, Robert Lachmayer, Manfred 1:0
8 Bauersfeld, Michael Wagner, Reiner 1:0

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Die zweite Mannschaft erkämpfte sich dann auch noch das 4:4, nachdem Franz am 2. Brett bis zum Schluss sein Endspiel mit Minusbauern halten konnte. Durch den unerwarteten Sieg von Wetzisreute gegen Post-SV Ulm 2 bleibt es in der Abstiegsfrage aber spannend. In den nächsten zwei Runden stehen schwere Duelle gegen die beiden Tabellenführenden an, ehe es in der 9. Runde in die vielleicht alles entscheidende Begegnung mit Wetzisreute geht.

Br. SC Weiße Dame Ulm 2 SF Mengen 1 4:4
1 Bitter, Frank Strathmann, Sacha 1:0
2 Schmid, Franz Härle, Rudolf ½:½
3 Hartmann, Thomas Blazevic, Darko 0:1
4 Heinrich, Alexander Leser, Alfred ½:½
5 Hoffart, Alexander Schuler, Dominik ½:½
6 Braig, Elmar Buck, Gerhard 0:1
7 Baur, Norbert Kott, Frydolin ½:½
8 Lepschi, Albert Leser, Jasmin 1:0

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