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Stark gekämpft – und doch verloren

Stark gekämpft – und doch verloren

am 9. März 2013Kommentare geschlossen

Endlich war er gekommen, der erste Spieltag der BW-Liga U20! Genau wie letztes Jahr gehen wir als krasse Außenseiter in diese Saison, nur die Königskinder Hohentübingen weisen einen geringeren DWZ-Schnitt auf. Aber dass diese Zahlen nicht immer gleichbedeutend mit Sieg oder Niederlage sind, haben wir im letzten Jahr bewiesen, als wir nach 4 Spieltagen sogar auf dem 2. Platz standen und den Klassenerhalt früh sicherten. Dies zu wiederholen wird wohl schwierig werden. In den ersten drei Runden treffen wir auf die drei besten Teams der Liga. Umso motivierter waren wir natürlich am ersten Spieltag gegen die Schachfreunde Karlsruhe, die aufstellungstechnisch die zweitstärkste Mannschaft stellen. Unsere Stammmannschaft hat sich aufgrund des Abgangs unseres Youngstars Niklas Kirn und der Zeitproblematik von Julius Deutsch an zwei Positionen verändert. An Brett 5 spielt nun Robert Mierzwa und an Brett 6 David Ringhut. Die Reihenfolge der ersten vier Bretter änderte sich nicht, Walter Veit übernahm wieder das Spitzenbrett, unser Mannschaftsführer Frank Bitter Brett 2, Katja Stoll in ihrer zweiten Jugendligasaison Brett 3 und meine Wenigkeit (Alexander) Brett 4.

Gegen Karlsruhe jedoch offenbarten sich erste Aufstellungsschwierigkeiten. Unglücklicherweise fehlten gleich unsere ersten beiden Bretter, wir mussten also 2 Ersatzspieler auftreiben, die dann in den Personen von Robert Eikmanns und Luca Cermak, zwei vielversprechenden Talenten, nominiert wurden. Für Robert Eikmanns fiel sein Debüt aber kurzfristig ins Wasser: er erkrankte am Spieltag. Somit fuhren wir sehr geschwächt nach Karlsruhe. Das dämpfte uns ere Spielfreude aber nicht im Geringsten: Vor allem Katja sorgte mit ihrer immer optimistischen Einstellung für eine Wir-können-gar-nicht-verlieren-Stimmung. Wir waren an jedem Brett zahlentechnisch unterlegen, aber das war zu erwarten gewesen. Im Gegensatz zu uns hatten die Karlsruher fast die ganze Stammmannschaft aufstellen können. Wir ließen Brett 5 frei.

Katja führte an Brett 1 die weißen Steine. In einer sizilianischen Partie hatte sie leichten Vorteil, ein kleiner Rechenfehler kostete dann aber die Qualität. Katja kämpfte aufopferungsvoll und setzte ihren Gegner in der Folge schwer unter Druck, sodass es zwischendurch wieder offener aussah. Am Ende setzte sich jedoch die Routine des Gegners durch.

Meine Wenigkeit an Brett 2 traf auf Paula Wiesner. In der Abtauschvariante im Damengambit verflachte die Partie schnell
und bald landeten wir in einem völlig ausgeglichenen Turmendspiel. Die logische Folge: Remis.

Robert an Brett 3 konnte nach einigen Ungenauigkeiten seines Gegners in der Eröffnung bereits früh handfesten Vorteil erlangen. Sein Gegenüber verbrauchte in der Folge sehr viel Zeit und fand in schwerer Zeitnot nicht mehr die richtigen Züge. Robert setzte dies meisterlich und routiniert durch, und überspielte seinen Gegner schließlich im Endspiel. Das Spiel ging im Prinzip ständig auf ein Tor, Robert stellte hier sein ganzes Können unter Beweis und strafte den deutlichen DWZ-Unterschied von fast 150 Punkten Lügen. Eine tolle Leistung für Robert bei seinem ersten Einsatz als Stammspieler!

David an Brett 4 bekam mit Schwarz eine sehr zähe zu spielende Stellung auf das Brett, die aus der Aljechin-Variante entstand. Sein Gegner war lange Zeit bemüht, Vorteil zu erlangen, doch David spielte sehr solide und konnte bald sogar ein kleines Plus erlangen. Nach langer Spielzeit aber wurde David ein wenig ungeduldig und drang mit seiner Dame tief in das weiße Lager ein, aus dem es dann aber kein Entkommen mehr gab. Er musste die Waffen strecken. Trotzdem eine gute Leistung von David gegen einen sehr starken Gegner. Zudem zeigte David, dass die Aljechin Verteidigung keineswegs unterschätzt werden darf.

An Brett 6 durfte Luca seinen ersten Einsatz lange auskosten. In einer offenen Partie hielt er lange gegen seinen starken Gegner mit, nur am Ende übersah er einen taktischen Schlag, der ihm die Partie kostete. Er hat sich bei seinem ersten Einsatz aber teuer verkauft und man darf gespannt sein, wie Luca sich weiterentwickeln wird.

Somit ging das erste Spiel sicherlich verdient, wenn auch ein bisschen zu hoch verloren. Die nächste Runde gegen Heitersheim entfällt, weil sich die starke Mannschaft aus dem Schwarzwald überraschen zurückgezogen hat. Somit steht der erste Absteiger bereit fest. Das erleichtert uns den Abstiegskampf natürlich sehr, auch wenn in dieser Liga alles möglich ist. Wir müssen weiter unser bestes Schach abliefern und am besten auch so oft wie möglich in Stammstellung antreten; dann ist der Klassenerhalt sicherlich möglich.

Br. Karlsruher SF 1853 1 SC Weiße Dame Ulm e.V. 1 4,5:1,5
1 Pfatteicher, Lukas Stoll, Katja 1:0
2 Wiesner, Paula Kelemen, Alexander ½:½
3 Ospina Ocampo, Camilo Mierzwa, Robert 0:1
4 Bykov, Ilya Ringhut, David 1:0
5 Wiesner, Alexander Schmollinger, Jonathan +:-
6 Ospina Ocampo, Antonio Cermak, Luca 1:0

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